Grabenstätter Mehrzweckhalle

Grabenstätter Mehrzweckhalle
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Eine gute Entscheidung?

Schwerpunkt der letzten erweiterten Vorstandssitzung des SPD OV Grabenstätt – Erlstätt war die in der Diskussion stehende Turn-/Mehrzweckhalle für den Ortsteil Grabenstätt. Thorsten Krüger stellte fest, dass alleine in Grabenstätt fünf Veranstaltungsräume zur Verfügung stünden. Dies sind die beiden Säle in den Gaststätten Post und Grabenstätter Hof, die Aula in der Grundschule, die Eingangshalle im Schloss (Rathaus) und der Raum im Schlossnebengebäude im 1. OG.

Eine Mehrzweckhalle wird, so Klaus Kumpfmüller, sicherlich einen Gastronomiebetrieb beinhalten. Diesen durch einen Gastwirt oder einer Wirtegemeinschaft aus der Gemeinde mit bewirtschaften zu lassen kann er sich unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht vorstellen, noch dazu wenn man bedenkt, dass die derzeitige Wirtshauskultur in unserer Gemeinde nicht ausreicht,

um zwei Gasthöfe am Marktplatz lebensfähig zu führen. Aber ist es unter diesem Sachverhalt verantwortbar einen weiteren gastronomischen Betrieb zu installieren? Nur wegen vielleicht zwei bis drei Großveranstaltungen im Jahr? Reicht dafür die Erlstätter Sport- und Veranstaltungshalle nicht mehr aus? Welche Konsequenzen hat dies auf die Lebensfähigkeit aller Gastronomiebetriebe in der Hauptgemeinde?

Gemeinderätin Anita Kohlbeck erläuterte, dass alle Diskussionen des Gemeinderates zu den Themen Mehrzweckhalle Grabenstätt und Sporthalle des SV Erlstätt in nichtöffentlicher Sitzung erfolgten. Ihre Anträge diese Diskussionspunkte in öffentlichen Sitzungen zu behandeln wurden immer mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Die behauptete, nachhaltige Finanzierbarkeit zweier solch großer Hallen durch die Gemeinde sollte erst noch durch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung nachgewiesen werden! Auch die gegebenen Weltwirtschafts- und Finanzkrise lässt ein solches Investitionsvorhaben z. Z. zweifelhaft erscheinen. Jeder Bürger spürt, dass Mietnebenkosten bzw. die Hausbewirtschaftungskosten kräftig ansteigen. Finanzierungsexperten beziffern für Immobilien dieser Struktur die Betriebskosten, (einschließlich die Lohnkosten Hausmeister und  Heizungskosten) mit etwa 2,5 bis 3% des Gebäudewertes. Bei angenommenen Gebäudewerten von rd. 7 Mio Euro. ( 4 Mio. Mehrzweckhalle und rd. 3 Mio. Sporthalle SVE nach Sanierung) entspricht dies jährlichen Aufwendungen von bis zu 210 Tausend Euro! Hinzu käme unter kaufmännischen Gesichtspunkten die jährliche Abschreibung in etwa gleicher Höhe. Diese Abschreibung wäre als Ansparung für künftig anfallende Modernisierungs- und Erhaltungsaufwendungen zu verstehen.

Anita Kohlbeck erinnerte daran, dass ihr Antrag vom 16.01.2006 für Familien mit drei und mehr Kindern die Kindergartengebühren durch die Gemeinde zu finanzieren abgelehnt worden ist. Dies sei aus dem Haushalt nicht finanzierbar, so der Kommentar von Bürgermeister Schützinger und anschließender mehrheitlicher negativen Abstimmung durch den damaligen Gemeinderat. Zur Diskussion stand ein Betrag von rd.  27 Tausend Euro pro Jahr! Für zwei Hallen im Gemeindegebiet sind offensichtlich jährliche Kosten von rd.  400 Tausend Euro und mehr, haushaltstechnisch kein Problem!

Siegfried Wallner fasste zusammen, dass hier noch erheblicher Klärungsbedarf gegeben ist. Der Wunsch nach einer Mehrzweckhalle ist verständlich. Er wird  scheinbar von vielen getragen. Bezahlen müssen dies letztlich die Bürger. Daher muss in öffentlichen Gemeinderatssitzungen das Für und Wider verständlich aufgezeigt werden. Die erste öffentliche Sitzung zu diesem Thema darf nicht mit der Investitions-entscheidung des Gemeinderats enden! Den Bürgern und Gemeinderäten muss Gelegenheit gegeben werde, sich zu dieser Investition austauschen zu können.


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